Stadtbücherei Lemgo
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Stadtbibliothek und die einzigartige Picasso-Ausstellung besucht



Drinnen war Fotografieren verboten: ein Teil der Lemgoer Büchereifreunde auf der Freitreppe des Picasso-Museums, in der unteren Reihe Günther Dreier, der Vorsitzende der "Freunde und Förderer der Stadtbücherei“ (6. von re. und v.li.).
Drinnen war Fotografieren verboten: ein Teil der Lemgoer Büchereifreunde auf der Freitreppe des Picasso-Museums, in der unteren Reihe Günther Dreier, der Vorsitzende der "Freunde und Förderer der Stadtbücherei“ (6. von re. und v.li.).

Förderverein der Stadtbücherei in Münster

 

Es hat doch geklappt und sogar das Wetter spielte mit: der zweite Ausflug der Stadtbücherei Lemgo und des Fördervereins ging am Samstag nach Münster. Und obwohl nach der früheren Erfahrung diesmal die Tour als Ganztagesfahrt geplant wurde, war die Zeit für Münster fast zu knapp. Kein Wunder; standen doch diesmal neben der Stadtbesichtigung mit Dom, Altstadt und Wochenmarkt gleich zwei weitere Schwerpunkte auf dem Programm: die dortige Stadtbibliothek und die einzigartige Picasso-Ausstellung.

 

Und da die Ausstellung "Skulptur Projekte" seit dem 16. Juni ebenfalls in Münster eröffnet ist, gab es das noch mehr zu erleben, als ursprünglich vorgesehen.

 

Wie ist das woanders mit der Bücherei? Das ist die Frage, die man sich bei den Freunden und Förderern der Stadtbücherei immer wieder stellt. Monika Rasche, die Bibliotheksleiterin in Münster, gab bereitwillig und ausführlich Auskunft im Rahmen einer fast anderthalbstündigen Führung. Diese vom Stil und der Anmutung etwas gewöhnungsbedürftige Bibliothek hat die Stadt sich und ihren Bürgern 1993 als Geburtstagsgeschenk gemacht. Der Bau war nicht unumstritten, wird aber bis heute mehr als gern genutzt. Nicht nur von Bücherfreunden, die sich hier ihre Lektüre ausleihen, sondern als Treffpunkt und Kommunikationszentrum in der Stadtmitte. Hier kommt der Bücherei auch ihre räumliche Größe und ihre bauliche Zweiteilung zugute: in dem mit vielen Internet-Plätzen, Elternbibliothek, Kinder-Etage und Zeitungs-Leseraum Hauptbereich darf es auch ein wenig lebhafter und lauter zugehen, im eher wissenschaftlich orientierten zweiten Gebäudeteil ist es dementsprechend ruhiger.

 

Der glückliche Zufall, dass die Fahr erst in diesem Jahr stattfinden konnte, sorgte für den zweiten Höhepunkt: in dem Picasso-Graphik-Museum ist zur Zeit das Museé Picasso Antibes zu Gast. Dieses Museum in Südfrankreich wird umgebaut und deshalb können - mit Einverständnis der Picasso-Erben - die eigentlich nur dort zugänglichen Werke auf eine Welttournee gehen. Letzte Station in Europa ist Münster (bis zum 22. August). Auch hier gab es eine einfühlsame Führung, in der den diesmal in zwei Gruppen aufgeteilten Lemgoer Besuchern diese vielleicht glücklichste Schaffensperiode Picassos nahe gebracht wurde. - Und da ein Teil der anderen Sehenswürdigkeiten Münsters direkt am Wege lagen, wurden sie "im Vorbeigehen" mitgenommen. Schon vor der Bücherei grüßten die Käfige der Wiedertäufer: ein Replik im Rahmen der großen Skulpturen-Ausstellung. Der Friedenssaal im historischen Rathaus, der Dom mit dem Grab des "Löwen von Münster" und nicht zuletzt der große Wochenmarkt vermittelten einen Eindruck von der Vielfältigkeit dieser Stadt in diesem Jahr.