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Mordechai Gumpel

Abb. Mordechai Gumpel

Der Künstler Mordechai Gumpel begeht am 14. Februar 2002 seinen 90. Geburtstag. Er ist in Lemgo geboren und lebt heute in der Nähe von Jerusalem.

Von Lemgo nach Jerusalem: 
Der Lebensweg des Künstlers Mordechai Gumpel

Mordechai Gumpel wurde 1912 in Lemgo als Sohn des Kaufmanns Gustav Gumpel und seiner Ehefrau Rosalie geboren. Das Ehepaar hatte drei Söhne. Mordechai (Herbert) Gumpel, der Älteste, hat nach dem Schulbesuch eine kaufmännische Lehre absolviert. Seit der Schulzeit hatte er ausgeprägte künstlerische Interessen. In den Jahren 1935/36 konnte er eine künstlerische Ausbildung in Frankfurt absolvieren, und zwar in einem Studio für bildende Kunst, das der "Kulturbund Deutscher Juden" eingerichtet hatte. Leiter des Studios war der renommierte Maler Hermann Lismann (1878-1943).

Die jüdische Familie Gumpel, die in Lemgo ein Manufakturwaren- und Bettengeschäft besaß, hatte seit der nationalsozialistischen Machtergreifung unter den Verfolgungsmaßnahmen stark zu leiden. Da die Zahl der Kunden auf Grund der Boykottmaßnahmen immer mehr zurückging, musste das Geschäft im Jahre 1936 geschlossen werden. Im gleichen Jahr starb Gustav Gumpel. Auf Grund seiner Kontakte zu einer jüdischen Jugendgruppe entschloss sich Mordechai Gumpel, nach Palästina auszuwandern. Zur Vorbereitung auf die Auswanderung besuchte er die landwirtschaftliche Ausbildungsstätte Neuendorf in der Nähe von Berlin, in der sich junge Juden auf das Leben in Palästina vorbereiteten. Seine beiden jüngeren Brüder Hans und Kurt folgten ihm auf diesem Weg, der von Neuendorf nach Dänemark führte. Während Mordechai im Jahre 1939 die Auswanderung nach Palästina gelang, flohen die beiden Brüder im Jahre 1943 vor den Verfolgungsmaßnahmen der deutschen Besatzung von Dänemark nach Schweden.

In Palästina/Israel hat Mordechai Gumpel in den ersten zehn Jahren in einem Kibbuz gelebt. Über dreißig Jahre war er als Lehrer in der Schule und der Erwachsenenbildung tätig, u.a. in Haifa und in Nazareth. Seit vielen Jahren lebt er zusammen mit seiner Frau Vered in Maoz Zion, in der Nähe von Jerusalem.

Der Künstler Mordechai Gumpel

Im Jahre 1945 hat Mordechai Gumpel Kontakt geknüpft zu Yitzhak Danziger, dem bedeutendsten Bildhauer in Palästina/Israel. Seine ersten eigenen Skulpturen sind unter Danzigers Einfluss entstanden. Eine Skulptur Gumpels, der "Kopf des Widders", befindet sich im Besitz des Israel Museums in Jerusalem. In der fünfziger Jahren hat sich Mordechai Gumpel - neben seiner Tätigkeit in Schule und Erwachsenenbildung - mit der Restaurierung von antiken Mosaiken beschäftigt. Daraus sind eigene große Mosaik-Arbeiten entstanden, die sich u.a. in Haifa, Jerusalem und in London befinden. In den 1960er und 1970er Jahren hat er sich anderen Techniken zugewandt. Es sind vor allem Holzschnitte und Collagen entstanden, aber auch die Fotografie hat ihn fasziniert. Im Zentrum seines Spätwerkes stehen Aquarelle, Gouachen und vor allem Collagen aus japanischem Reispapier. Bis in die Gegenwart hinein ist der Künstler tätig. "Nur die Unzufriedenheit mit dem, was man im Augenblick macht, ist der Antrieb für neue, bessere Sachen." (Mordechai Gumpel)

Mordechai Gumpel hat sich an zahlreichen Ausstellungen beteiligt, in Israel, in Italien und in Deutschland. Im Jahre 1988 gehörte er zu den Künstlern, deren Werk in der Ausstellung "Vier jüdische Künstler aus Westfalen" im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm porträtiert wurde. Die bislang bedeutendste Ausstellung Gumpels fand 1993 im Museum of Modern Art in Haifa statt. Für sein künstlerisches Lebenswerk hat er im Jahre 1998 in Jerusalem den Schoschana- und Mordechai-Ischhalom-Preis erhalten.

Mordechai Gumpel und die Stadt Lemgo

Im Jahre 1988 kam Mordechai Gumpel in Begleitung seiner Frau Vered das erste Mal nach 50 Jahren zurück in seine Heimatstadt. Im Rahmen des Besuches entstanden freundschaftliche Kontakte zu einer Reihe von Lemgoer Bürgerinnen und Bürgern. Mordechai Gumpel hat die Stadt seitdem mehrfach besucht. Eine Reihe von Lemgoern, die nach Israel gereist sind, sind bei ihm und seiner Frau zu Gast gewesen. Auf Grund der freundschaftlichen Kontakte konnten in Lemgo Ausstellungen mit Arbeiten aus seinem Spätwerk gezeigt werden, zuletzt im Jahre 1998 in der Öffnet externen Link in neuem FensterVHS unter Federführung von Wilhelm Schönlau.

Ausstellungsprojekt 2002/2003

Aus Anlass des 90. Geburtstages von Mordechai Gumpel ist eine Ausstellung geplant, die vom Museum of Art, Ein Harod (Israel), vom Städtischen Museum Lemgo und der Volkshochschule Lemgo vorbereitet wird. Die Ausstellung soll erstmals einen Überblick über das Gesamtwerk des Künstlers Mordechai Gumpel vermitteln. Die Ausstellung soll im Oktober 2002 im Artist`s House in Jerusalem eröffnet und im Januar/Februar 2003 in der Städtischen Galerie Haus Eichenmüller in Lemgo gezeigt werden.

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Aktualisiert am:  6. Oktober 2009

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