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Paracelsus (Germanus), Philippus Aureolus Theophrastus v. Hohenheim, gen. Bombastus


Abb. Paracelsus (Germanus), Philippus Aureolus Theophrastus v. Hohenheim, gen. Bombastus

SEPARATE ET AD MATURITATEM PERDVCITE 
("Scheidet und führt zur Reife")

Geboren: 1493 
Geburtsort: Einsiedeln, Schweiz 
Gestorben: 1541

Paracelsus wurde als Sohn des gelehrten Arztes und Chemikers Wilhelm von Hohenheim (aus altem schwäbischen Adelsgeschlecht) geboren; die Bezeichnung "Germanus" ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass erst 1499 die Loslösung der Eidgenossenschaft vom Deutschen Reich stattfand.

Nach dem Tod der Mutter zog der Vater nach Villach in Kärnten, lehrte in der dortigen Bergschule und brachte seinem Sohn die Anfangsgründe der Medizin, Chemie, Metallurgie und Botanik bei. Paracelsus studierte dann in Basel, Tübingen, Wittenberg, Wien (leider auch nur das Buchwissen, ähnlich wie zunächst Vesalius) und erlangte mit 17 Jahren den Grad "Baccalaureus". Er erweiterte sein Wissen in Ferrara, wo er mit Genugtuung hörte, dass dort die Medizin Galens und der Araber stark kritisiert wurde, und promovierte 1516 zum Doktor der Medizin. Erst hier nahm Theophrastus übrigens den Namen "Paracelsus" an, unter dem er aber so berühmt geworden ist, dass er oben von Geburt an verwendet worden ist. - Er unternahm zahlreiche Reisen durch fast ganz Europa, nach England, den Niederlanden, nach Schweden, Russland, Ungarn, Italien und nach Ägypten. Mit 34 Jahren wurde er schließlich Stadtarzt in Basel und Dozent der Universität. Seine medizinischen Vorlesungen hielt er lateinisch und die chirurgischen, für die damalige Zeit unüblich, in deutsch. Studenten aus ganz Europa strömten nach Basel; er war Begründer der pharmazeutischen Chemie. Vor den Toren der Universität verbrannte er öffentlich die Bücher Galen´s und eines Arabers, um damit sein Urteil über die traditionelle Medizin auszudrücken; selbst Aristoteles bezichtigte er der Lügnerei.

Abb. Paracelsus stehend mit Schwert

Nach einem Jahr musste er Basel verlassen und begann wieder ein unstetes Wanderleben, bei dem ihm sein Ruhm ständig voranging. In Neuburg a.d. Donau kehrte Paracelsus oft ein; dort lernte er den Erzbistumsverweser Ernst Prinz von Bayern kennen, der ihn in seinen letzten Jahren nach Salzburg einlud. Am Haus Platz Nr.3 erinnert ein Porträt an Paracelsus, in unmittelbarer Nachbarschaft der Staatsbrücke über die Salzach, die fast jeder Besucher Salzburgs auf dem Weg in die Altstadt überquert hat.

Er schrieb über 200 medizinische, theologische und philosophische Bücher, die meisten deutsch, einige aber auch lateinisch verfasst - neben Luther leistete er damit den größten Beitrag zur deutschsprachigen Literatur seiner Zeit. Goethe hat während seiner "Alchemie-Phase" in Frankfurt (1771-75) Paracelsus mit Ausdauer und Ernst studiert und war mit seiner Sprache wohlvertraut. Schon 1770 hatte er in seinen "Ephemerides" 10 Zitate dafür vorgemerkt.

Später lassen sich im "Faust" zahlreiche Spuren nachweisen, die auf Paracelsus hindeuten. - Viele Philosophen konnten nicht umhin, Paracelsus in ihre Betrachtungen einzubeziehen und seine Beiträge zu würdigen, zuletzt Max Horkheimer (1895-1973). - Vom Psychologen C. G. Jung stammt das Buch "Paracelsica" (Zürich 1942).

Das bedeutendste Paracelsus-Werk ist die "Große Wundartzney", von dem 1536 zwei Bände erschienen, die in vielen Bibliotheken vorhanden sind. Seit 1998 stellt das Paracelsus-Projekt des Medizinhistorischen Instituts der Universität Zürich die hervorragende Gesamtausgabe von 1589/60 ins Internet; zunächst können 2 Teilbände unter www.paracelsus.unizh.ch/texte/huser.html abgerufen werden.

Wenn man die Anzahl der Treffer bei Suchanfragen nach den 10 "Weisen" als Maßstab für ihre heutige Resonanz werten kann, dann ergeben sich bei "Paracelsus" fast soviel Treffer wie bei "Aristoteles", nämlich ca. 70000! Die Bandbreite der Beiträge entspricht der bei "Aristoteles" und kann dort nachgeschlagen werden. - Wegen ihrer regen Informationstätigkeiten, verbunden mit dem ständigen Nachspüren nach Paracelsus-Einflüssen, sind hier besonders zu erwähnen:

Internationale Paracelsus-Gesellschaft, Salzburg
www.paracelsus-ipg.com

Schweizerische Paracelsus-Gesellschaft
www.paracelsus-gesellschaft.ch

Deutsche Bombastus-Gesellschaft, Dresden
http://www.bombastus-ges.de/german/paracelsus/s01.htm

Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Beiträgen erschien anlässlich des 500. Geburtstags von Paracelsus, zu dessen Ehren die Universität Basel 1993 ein Symposium veranstaltete.

Der Beitrag wurde freundlicherweise von Herrn Professor Günter Laue verfasst. 11/02
E-Mail:
 Laue.Lemgo(at)t-online.de

 

 


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Aktualisiert am:  5. November 2008

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