Abwassersammlung und Reinigung
- Eine kommunale Aufgabe von zentraler Bedeutung -
Die Reinhaltung unserer Gewässer ist ein wesentlicher Beitrag zum Umweltschutz und zur Daseinsvorsorge. Außer der Luft zum Atmen ist für uns nichts so lebenswichtig, wie das Wasser. Deshalb muss es uns Anliegen und Verpflichtung zugleich sein, das Wasser zu schützen.
Waren es früher Epidemien und Geruchsbelästigungen, die die Städte und Gemeinden zwangen erste Kanäle zu errichten um die Abwässer abzuleiten, so ist es heute der Zustand unserer Bäche, Flüsse und Meere. Mit der Sammlung und Ableitung der Abwässer war zunächst zwar die Voraussetzung für ein hygienisches Zusammenleben der Bürger in den Städten geschaffen worden, dass eigentliche Problem wurde damit aber nur aus den Städten heraus in die Gewässer verlagert. Der steigende Wasserverbrauch sowohl in den Haushalten als auch im Gewerbe und in der Industrie und die zunehmende Verschmutzung des Abwassers führten dazu, dass sich der Zustand der Gewässer zunehmend verschlechterte und die Gewässer drohten mehr und mehr zu "Kloaken" zu verkommen.
Durch den nahezu flächendeckenden Ausbau der Kanalisation, den Bau moderner Kläranlagen und die Errichtung von Regenwasserbehandlungsanlagen hat sich der Zustand der Bäche und Flüsse in den letzten 2 Jahrzehnten wieder gebessert. Bis allerdings wieder ein zufrieden stellender Zustand erreicht sein wird, bedarf es noch zahlreicher Maßnahmen und sicherlich eines weiteren Jahrzehntes. Besonders betroffen sind aber nach wie vor die Meere und durch den geringen Wasseraustausch, insbesondere die Küstenbereiche und die Binnenmeere, wie z. B. das Wattenmeer und die Ostsee. Die Ursache hierfür ist, dass über die Flüsse erhebliche Mengen an Nährstoffen, wie Phosphor und Stickstoff in die Meere gelangen und dort das z. T. empfindliche, biologische Gleichgewicht erheblich stören. Die im Sommer 1989 in der Nordsee massiv aufgetretene Algenblüte und das damit einhergehende Robbensterben war eine Folge des zu großen Nährstoffeintrages.
Mit dem Ausbau und der Inbetriebnahme der Festbett- und Filtrationsanlage auf der Zentralkläranlage Lemgo ist ein weiterer wesentlicher Beitrag zur Reduzierung der Nährstoffe Phosphor und Stickstoff im eingeleiteten Abwasser geleistet worden. Durch die neu errichtete Anlage werden jährlich mehrere 1.000 Kilogramm Phosphor- und Stickstoff aus dem Abwasser entfernt.
In den Ausbau der Kläranlage, den Ausbau und die Erneuerung des Kanalnetzes sowie den Ausbau der Regenwasserbehandlungsanlagen sind seit der Großgemeindebildung in Lemgo rd. 210 Mio. DM investiert worden. Diese Kosten müssen, neben den laufenden Betriebs-, Unterhaltungs- und Personalkosten, über die Entwässerungsgebühren und z. T. über Beiträge von den Anschlussnehmern aufgebracht werden. Welche Anstrengungen bisher unternommen wurden und wohin ein wesentlicher Teil der Investitionen geflossen ist, soll erläutert werden. Den an Umweltschutzfragen interessierten Bürgern, Vereinen und Verbänden und auch den Schulen sollen die komplizierten Vorgänge einer biologischen Abwasserreinigung, die technischen Besonderheiten, die verwirklichten Neuentwicklungen und auch allgemeine Informationen über die Abwassersammlung und Reinigung in verständlicher Weise darstellt werden.